Sie lässt dich nicht los.Vielleicht begleitete sie dich jahrelang – wie ein leiser Gedanke im Hintergrund.
Vielleicht ist sie plötzlich da, mit voller Wucht.
Oder vielleicht suchst du genau jetzt eine Herausforderung, die dich zwingt, über dich hinauszuwachsen.
Einen Roman zu schreiben bedeutet mehr, als Worte aneinanderzureihen.
Es bedeutet, eine Welt zu erschaffen.
Eine Stimme zu formen.
Sich selbst zu begegnen.
Und ja – vielleicht willst du auch beweisen, dass du es kannst.
Dir selbst.
Oder jemand anderem.
Doch jede große Reise beginnt mit einer ehrlichen Frage:
Wie fange ich an – und wie halte ich durch?
Denn der schwierigste Moment ist nicht die erste Seite.
Es sind die Seiten 40 bis 70.
Wenn die Euphorie nachlässt.
Wenn Zweifel auftauchen.
Wenn der innere Kritiker lauter wird als deine Figuren.
Genau hier scheitern viele Projekte.
Nicht aus Mangel an Talent –
sondern aus Mangel an Struktur.
Ein Roman ist kein spontaner Sprint.
Er ist ein strategischer Marathon mit kreativen Zwischensprints.
In diesem Leitfaden findest du keine magische Formel.
Keine Abkürzung.
Kein Versprechen von Leichtigkeit.
Was du findest, ist wertvoller:
Eine bewährte Methode.
Basierend auf den Erfahrungen erfolgreicher Autorinnen und Autoren.
Erprobt. Realistisch. Umsetzbar.
Zwölf konkrete Schritte, die dich durch alle Phasen führen:
– von der ersten Idee
– über Figurenentwicklung und Dramaturgie
– durch Schreibkrisen und Überarbeitungsrunden
– bis hin zur Veröffentlichung deines Romans
Ohne dich in Details zu verlieren.
Ohne Perfektionismus zur Ausrede werden zu lassen.
Ohne die Freude am Schreiben zu opfern.
Denn am Ende geht es nicht nur darum, einen Roman zu schreiben.
Es geht darum, ihn zu beenden.
Key Takeaways
- Ein Roman entsteht aus Planung, lebendigen Szenen, tiefgründigen Figuren und einem klaren Rhythmus – nicht aus Zufall oder Inspiration allein.
- Flexible Fristen, externe Feedback-Runden und realistische Verlagsoptionen erhöhen die Chancen auf Erfolg.
- Authentizität und Leidenschaft sind entscheidender als Perfektion – Fehler gehören zum Prozess.
- Ob klassischer Verlag, Self-Publishing oder Literaturagent: Jede Veröffentlichungsform hat spezifische Vor- und Nachteile.
- Tools wie Scrivener oder CoolLibri unterstützen dich technisch und praktisch.
Was macht einen guten Roman aus?
Ein guter Roman ist mehr als eine Abfolge von Ereignissen. Er verbindet spannende Figuren, eine fesselnde Handlung, eine lebendige Atmosphäre und einen eigenen Stil zu einem Ganzen, das Leser in seinen Bann zieht. Ob Krimi, Liebesroman, Fantasy oder literarisches Experiment – entscheidend ist, dass die Geschichte eine innere Logik hat und Emotionen weckt.
1. Vorbereitung: Warum ein Plan dein bester Freund ist
Bevor du mit dem Schreiben beginnst, brauchst du eine klare Vision davon, was du erzählen willst. Das bedeutet nicht, dass du jedes Detail im Voraus festlegen musst – im Gegenteil: Ein zu starrer Plan kann kreativ lähmen. Aber ein roter Faden hilft dir, nicht den Überblick zu verlieren.
Wie erstelle ich einen sinnvollen Schreibplan?
- Handlungsgerüst: Notiere die wichtigsten Konflikte, Wendepunkte und das vorläufige Ende.
- Figurenkonstellation: Wer sind die Protagonisten, Antagonisten und wichtigen Nebenfiguren?
- Setting: Wo und wann spielt die Geschichte? Wie wirkt sich der Ort auf die Handlung aus?
- Themen: Welche zentralen Fragen oder Botschaften soll dein Roman transportieren?
- Flexibilität: Erlaube dir, vom Plan abzuweichen, wenn die Geschichte es erfordert.
Ein guter Plan ist wie eine Landkarte: Er zeigt dir den Weg, aber du kannst auch Umwege nehmen, wenn du unterwegs etwas Interessantes entdeckst. Seneca brachte es auf den Punkt: „Es gibt keinen günstigen Wind für den, der nicht weiß, wohin er segeln will.“ Aber bedenke: Selbst die besten Pläne ändern sich. Vielleicht beginnt dein Roman als Liebesgeschichte und entwickelt sich zu einem psychologischen Thriller. Oder eine Nebenfigur übernimmt unerwartet die Hauptrolle. Das ist kein Scheitern, sondern ein Zeichen dafür, dass deine Geschichte ein Eigenleben entwickelt.
„Ich plane meine Romane immer in drei Akten: Ausgangssituation, Konfrontation, Auflösung. Aber innerhalb dieser Struktur lasse ich meinen Figuren freien Lauf. Manchmal überraschen sie mich mit Entscheidungen, die ich nicht kommen sah – und die Geschichte viel spannender machen.“
Stephen King in „On Writing“
2. Die Szene als Fundament: Warum die Welt deines Romans lebendig sein muss
Ein Roman ist nicht nur eine Abfolge von Dialogen und Handlungen – er ist eine Welt, in die der Leser eintauchen kann. Ob eine regennasse Straße in Berlin, ein Raumschiff auf dem Weg zu einem fremden Planeten oder ein Dorf im Mittelalter: Die Atmosphäre deiner Geschichte bestimmt, wie real sie wirkt.
Viele Autoren unterschätzen die Kraft der Szene. Sie denken: „Jeder kennt doch Paris, warum sollte ich es beschreiben?“ Doch genau hier liegt der Fehler. Es geht nicht darum, eine Postkartenansicht zu liefern, sondern darum, den Leser emotional zu involvieren. Wie riecht die Luft nach dem Regen? Wie fühlt sich der Steinboden der Kathedrale unter den Füßen der Protagonistin an? Welche Geräusche hört man in der Raumschiffkantine?
Der französische Autor Georges Simenon begann seine Romane oft mit der Zeichnung eines Grundrisses – sei es ein Haus, eine Straße oder ein Café. So konnte er nachvollziehen, wie sich seine Figuren bewegen würden. Balzac ging noch weiter: Er beschrieb nicht nur die Örtlichkeiten, sondern auch die sozialen Dynamiken, die sie prägten. Beide Methoden zeigen: Eine gut gestaltete Szene ist kein Beiwerk, sondern das Gerüst, an dem sich die Handlung entfaltet.
Übung: Erstelle eine „Ortskarte“ für deinen Roman
- Zeichne oder beschreibe die wichtigsten Schauplätze deiner Geschichte.
- Notiere, wie sich die Atmosphäre im Laufe der Handlung verändert (z. B. von freundlich zu bedrohlich).
- Überlege, wie die Umgebung die Stimmung deiner Figuren beeinflusst.
- Nutze alle Sinne: Wie sieht, riecht, schmeckt, fühlt sich der Ort an?
3. Der Erzählstandpunkt: Wer erzählt die Geschichte – und warum?
Die Wahl der Erzählperspektive ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die du als Autor triffst. Sie bestimmt, wie nah der Leser den Figuren kommt und wie viel er über ihre Gedanken und Motive erfährt. Es gibt drei gängige Optionen:
| Erzählperspektive | Vorteile | Nachteile | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Ich-Perspektive | Intimität, direkte Emotionen, subjektive Sicht | Begrenzter Blickwinkel, nur eine Figur im Fokus | Marcel Proust: „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ |
| Er/Sie-Perspektive (begrenzter Erzähler) | Flexibilität, Fokus auf eine Figur, aber mit etwas Distanz | Kein Einblick in andere Figurenköpfe | J.K. Rowling: „Harry Potter“ |
| Allwissender Erzähler | Umfassender Überblick, Einblick in mehrere Figuren | Kann distanziert wirken, weniger Identifikation | Leo Tolstoi: „Anna Karenina“ |
Die Wahl der Perspektive beeinflusst auch den Incipit – den ersten Satz deines Romans. Ein berühmtes Beispiel ist der Anfang von Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“:
„Lange Zeit bin ich früh zu Bett gegangen.“
Marcel Proust
Dieser scheinbar einfache Satz zieht den Leser sofort in eine subjektive, intime Welt. Im Gegensatz dazu beginnt Albert Camus‘ „Der Fremde“ mit einer schockierenden Feststellung:
„Heute ist Mama gestorben. Oder vielleicht gestern, ich weiß es nicht.“
Albert Camus
Beide Anfänge zeigen: Die Erzählperspektive ist kein technisches Detail, sondern ein künstlerisches Werkzeug, das den Ton deines Romans prägt.
4. Die Handlung: Vom groben Plan zur fesselnden Erzählung
Ein Roman braucht mehr als eine Abfolge von Ereignissen – er braucht eine Handlung, die den Leser packt und nicht mehr loslässt. Doch wie entwickelt man aus einer vagen Idee eine spannende Geschichte?
Beginne mit dem, was dich selbst fasziniert. Vielleicht ist es ein Konflikt (z. B. „Was würde passieren, wenn jemand seine Erinnerung verliert?“), eine Figur („Wie würde eine junge Wissenschaftlerin reagieren, wenn sie eine gefährliche Entdeckung macht?“) oder ein Setting („Wie überlebt eine Gruppe in einer postapokalyptischen Welt?“). Nutze diese Kernfrage als Ausgangspunkt.
Ein bewährtes Modell ist die Drei-Akt-Struktur:
- Akt 1: Ausgangssituation – Vorstellung der Figuren und des zentralen Konflikts.
- Akt 2: Konfrontation – Die Figuren werden mit Hindernissen konfrontiert, die Spannung steigt.
- Akt 3: Auflösung – Der Konflikt erreicht seinen Höhepunkt und wird (nicht immer glücklich) gelöst.
Doch Vorsicht: Diese Struktur ist kein Korsett, sondern ein Gerüst. Viele erfolgreiche Romane brechen bewusst mit ihr. Wichtig ist, dass deine Geschichte eine innere Logik hat und der Leser das Gefühl hat: „Ich muss wissen, wie es weitergeht.“
Fehler, die du vermeiden solltest
- Zu viele Nebenhandlungen: Jede Szene sollte die Hauptgeschichte voranbringen.
- Vorhersehbare Wendungen: Überrasche den Leser – aber bleibe glaubwürdig.
- Passive Figuren: Deine Protagonisten sollten handeln, nicht nur reagieren.
- Unklare Motivationen: Warum tut eine Figur, was sie tut? Der Leser muss es nachvollziehen können.
Ein gutes Beispiel für eine fesselnde Handlung ist Jack Londons „Der Ruf der Wildnis“. Der Roman beginnt mit einer scheinbar harmlosen Szene:
„Buck las keine Zeitungen, sonst hätte er verstanden, dass harte Prüfungen auf ihn und alle Hunde mit starken Muskeln und warmem Fell warteten, die an der Pazifikküste von San Diego bis zum Puget-Sund lebten.“
Jack London
Diese Eröffnung weckt sofort Neugier: Welche Prüfungen? Warum Buck? Was wird passieren? Im Verlauf des Romans wird Buck immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt, die ihn verändern – bis er schließlich dem „Ruf der Wildnis“ folgt. Die Handlung ist nicht nur eine Abfolge von Abenteuern, sondern eine Reise der Verwandlung.
5. Figuren gestalten: Wie du Charaktere schaffst, die Leser lieben oder hassen
Ein Roman lebt von seinen Figuren. Selbst die beste Handlung wirkt leer, wenn die Charaktere wie Pappkameraden wirken. Doch wie schafft man Figuren, die authentisch, interessant und unvergesslich sind?
Beginne mit den Basics:
- Äußeres Erscheinungsbild: Wie sieht die Figur aus? Welche Details fallen auf?
- Hintergrund: Wo kommt sie her? Welche prägenden Erfahrungen hat sie gemacht?
- Motivationen: Was treibt sie an? Wovor hat sie Angst?
- Schwächen: Keine Figur ist perfekt. Was macht sie verletzlich?
- Sprache: Wie spricht sie? Welche Wortwahl, welche Gesten sind typisch?
Ein hilfreiches Werkzeug ist der Figuren-Steckbrief. Erstelle für jede wichtige Figur eine kurze Übersicht. Hier ein Beispiel:
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Name | Anna Berger |
| Alter | 34 Jahre |
| Beruf | Forensische Psychologin |
| Äußeres | Schulterlanges dunkles Haar, immer mit einem silbernen Armband (Erinnerung an ihre Mutter), trägt meist schlichte Blusen und Jeans |
| Hintergrund | Aufgewachsen in Berlin, Vater Polizist, Mutter früh verstorben. Hat Kriminologie studiert, nachdem ihr Bruder Opfer eines Verbrechens wurde. |
| Motivation | Will verstehen, warum Menschen Gewalt ausüben – und verhindern, dass andere das gleiche Schicksal erleiden wie ihr Bruder. |
| Schwäche | Vertraut zu schnell, neigt dazu, sich in Fälle emotional zu verstricken. |
Ein Steckbrief hilft dir, deine Figuren konsistent zu halten. Aber Vorsicht: Vermeide Klischees! Eine „starke, unabhängige Frau“, die nie Zweifel hat, wirkt genauso unrealistisch wie ein „bösartiger Schurke“ ohne Hintergrund. Komplexität macht Figuren interessant.
Tipp: Gib deinen Figuren ein Geheimnis
Jede Figur sollte etwas verbergen – eine Lüge, eine Angst, eine ungesühnte Tat. Das schafft Spannung und gibt dir als Autor Spielraum für unerwartete Wendungen.
6. Rhythmus und Stil: Wie dein Roman zum Pageturner wird
Selbst die beste Geschichte wirkt langweilig, wenn der Erzählrhythmus nicht stimmt. Ein guter Roman wechseln zwischen:
- Spannungsaufbau (langsame Szenen, die Atmosphäre schaffen)
- Höhepunkten (actionreiche oder emotionale Momente)
- Reflexion (Figuren verarbeiten Erlebtes, Leser können durchatmen)
Ein klassischer Fehler ist es, zu viele Beschreibungen hintereinander zu schalten. Beschreibungen sind wichtig – aber sie müssen funktional sein. Zeige nicht nur, wie ein Raum aussieht, sondern nutze die Beschreibung, um Stimmung zu transportieren oder Figuren zu charakterisieren.
Ein Meister der rhythmischen Erzählung war Thomas Hardy. In Romanen wie „Tess von den d’Urbervilles“ nutzte er unerwartete Wendungen, um den Leser zu überraschen. Seine Figuren sind oft Spielbälle des Schicksals – und genau das macht sie so faszinierend.
„Eine gute Geschichte ist wie eine Bergtour: Es gibt steile Anstiege, Plateaus zum Verschnaufen und Momente, in denen man denkt, man schafft es nicht – bis man plötzlich den Gipfel erreicht.“
Elmore Leonard über Spannungsaufbau
Ein weiteres Stilmittel sind kurze, prägnante Sätze. Sie beschleunigen das Tempo und machen komplexe Szenen leichter verdaulich. Ein Beispiel aus der modernen Literatur:
„Er öffnete die Tür. Das Licht ging an. Auf dem Boden lag ein Brief. Seine Hände zitterten.“
Stilmittel: Kurze Sätze für Spannung
7. Recherche: Wie du deinen Roman authentisch machst
Nichts zerstört die Immersion schneller als ein Fehler, der dem Leser auffällt. Wenn deine Figur in München eine „Brezel“ bestellt, obwohl sie in Bayern „Brezn“ heißt, oder wenn dein Detektiv im 19. Jahrhundert ein Handy benutzt, verliert der Leser das Vertrauen in deine Geschichte.
Doch wie recherchiert man richtig, ohne sich in Details zu verlieren? Hier sind drei Ansätze:
- Erlebnis vor Ort: Wenn möglich, besuche die Schauplätze deines Romans. Wie riecht es in einer Bäckerei um 5 Uhr morgens? Wie fühlt sich der Wind auf einer Klippe an?
- Experten befragen: Kennst du jemanden, der den Beruf deiner Figur ausübt? Ein kurzes Gespräch kann dir Details liefern, die du nirgendwo nachlesen kannst.
- Zielgerichtete Internetrecherche: Nutze Foren, Dokumentationen und Fachartikel. Achte darauf, dass deine Quellen aktuell und seriös sind.
Ein Beispiel: Wenn du einen Roman über das Leben auf einer Ölplattform schreibst, solltest du wissen, wie der Alltag dort aussieht. Was essen die Arbeiter? Wie schlafen sie? Welche Sicherheitsvorkehrungen gibt es? Diese Details machen deine Geschichte glaubwürdig.
Warnung: Vermeide den „Infodump“
Recherche ist wichtig – aber der Leser muss nicht alles wissen, was du herausgefunden hast. Streue Informationen dosiert ein, und nur, wenn sie für die Handlung relevant sind.
8. Der Schreibprozess: Warum du nicht linear schreiben musst
Viele Autoren scheitern, weil sie glauben, sie müssten von Seite 1 bis Seite 300 durchschreiben. Doch das ist ein Mythos. Die meisten professionellen Schriftsteller arbeiten nicht linear.
Wenn du an einer Szene festhängst, springe zu einer anderen. Schreib das Ende zuerst, wenn es dir klar ist. Oder beginne mit einer Dialogszene, die dich begeistert. Dein Roman ist wie ein Puzzle – die Teile fügen sich nach und nach zusammen.
Tools wie Scrivener oder sogar einfache Textverarbeitungsprogramme helfen dir, Szenen umzusortieren, ohne den Überblick zu verlieren. Wichtig ist nur: Schreib regelmäßig. Selbst 300 Wörter pro Tag bringen dich voran.
Die „2500-Wörter-pro-Woche“-Regel
Wenn du konsequent 2.500 Wörter pro Woche schreibst, hast du in 8 Monaten einen Rohentwurf von 80.000 Wörtern – das entspricht etwa 300 Seiten. Plane zusätzlich 1–2 Monate für Überarbeitungen ein.
9. Beta-Leser: Warum externes Feedback unverzichtbar ist
Nach Monaten des Schreibens kennst du deinen Roman in- und auswendig. Das Problem: Du siehst Fehler nicht mehr. Hier kommen Beta-Leser ins Spiel – Testleser, die dein Manuskript mit frischem Blick prüfen.
Doch Vorsicht: Nicht jeder ist als Beta-Leser geeignet. Freunde und Familie sind oft zu nachsichtig („Das ist toll!“) oder zu kritisch („Das würde ich anders machen.“). Suche stattdessen nach:
- Leidenschaftlichen Lesern deines Genres
- Menschen mit Erfahrung im Lektorat oder Schreiben
- Personen, die konstruktives Feedback geben können (nicht nur „Gefällt mir“ oder „Gefällt mir nicht“)
Gib deinen Beta-Lesern konkrete Fragen mit:
- Welche Szenen haben dich gelangweilt?
- Welche Figuren hast du geliebt/gehasst – und warum?
- Gab es Logikfehler oder Ungereimtheiten?
- Hast du das Ende befriedigend gefunden?
Wo findest du Beta-Leser?
- Schreibforen (z. B. CoolLibri)
- Lokale Lesegruppen oder Schreibwerkstätten
- Plattformen wie Wattpad oder Goodreads
- Social Media (Facebook-Gruppen für Autoren)
10. Veröffentlichen: Welche Optionen gibt es?
Dein Roman ist fertig, überarbeitet und lektoriert. Jetzt geht es ans Veröffentlichen. Doch wie? Die gute Nachricht: Es gibt mehr Wege als je zuvor. Die schlechte Nachricht: Nicht alle passen zu jedem Projekt. Hier ein Überblick:
| Veröffentlichungsweg | Vorteile | Nachteile | Für wen? |
|---|---|---|---|
| Klassischer Verlag | Prestige, professionelle Vermarktung, Vorstrecken der Kosten | Schwieriger Zugang, lange Wartezeiten, wenig kreative Kontrolle | Autoren mit literarischen Ambitionen oder Genre-Romanen mit Marktpotenzial |
| Self-Publishing | Schnelle Veröffentlichung, volle Kontrolle, höhere Tantiemen | Eigenes Marketing nötig, Vorabkosten (Lektorat, Cover, Druck) | Autoren, die unabhängig arbeiten und vermarkten wollen |
| Literaturagentur | Zugang zu großen Verlagen, professionelle Unterstützung | Agenten nehmen nur ausgewählte Manuskripte an, Provision (ca. 15%) | Autoren mit kommerziellem Potenzial oder literarischen Ansprüchen |
| Hybridverlag | Kombination aus Service und Verteilung, weniger Risiko als Self-Publishing | Kosten für Autor, oft begrenzte Reichweite | Autoren, die Unterstützung wollen, aber keinen klassischen Verlag finden |
Wenn du dich für einen klassischen Verlag entscheidest, recherchiere sorgfältig: Welche Verlage passen zu deinem Genre? Welche nehmen unagentierte Manuskripte an? Ein guter Anfang ist die Website des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, wo du Verlage nach Themen filtern kannst.
Für Self-Publishing bietet CoolLibri eine benutzerfreundliche Plattform, um dein Buch professionell zu drucken und zu vertreiben – ob als Taschenbuch oder Hardcover. Der Vorteil: Du behältst die volle Kontrolle über dein Werk und kannst es direkt an Leser verkaufen.
Tipp: Vermeide diese Fehler bei der Verlagssuche
- Unpersönliche Anschreiben: Verlage erhalten Hunderte Manuskripte. Ein generisches Anschreiben landet im Papierkorb.
- Unfertige Manuskripte: Schicke nur vollendete, überarbeitete und lektorierte Versionen.
- Ignorieren der Verlagslinie: Ein Krimi-Verlag will keine Fantasy-Romane.
- Keine Geduld: Antworten können Monate dauern. Nutze die Wartezeit für neue Projekte.
11. Die Lust am Schreiben: Warum sie entscheidend ist
Am Ende zählt eines: Spaß. Wenn du das Schreiben als Pflicht empfindest, wird dein Roman das merken. Wenn du dagegen mit Leidenschaft bei der Sache bist, spürt der Leser das.
Es gibt keine Garantie für Erfolg. Aber es gibt eine Garantie für Scheitern: aufhören. Also schreib weiter. Experimentiere. Mach Fehler. Lern daraus. Und vor allem: Genieße den Prozess.
„Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen.“
Mark Twain
Dein Roman ist fertig? Verwandle ihn in ein Buch!
Mit CoolLibri.de kannst du dein Manuskript einfach und professionell als Taschenbuch oder Hardcover drucken lassen. Wähle aus verschiedenen Formaten, Papiertypen und Cover-Designs – und halte dein Buch schon bald in den Händen!
Häufige Fragen zum Romanschreiben
Wie finde ich die richtige Idee für meinen Roman?
Die beste Idee kommt oft aus einer Mischung von:
- Persönlichen Erfahrungen (Was hat dich geprägt?)
- „Was-wäre-wenn“-Fragen (z. B. „Was wäre, wenn jemand seine Erinnerungen verliert?“)
- Aktuellen Themen (Klimawandel, KI, soziale Ungleichheit)
- Lieblingsgenres (Was liest du selbst am liebsten?)
Schreib 10 Ideen auf, ohne sie zu bewerten. Oft kristallisiert sich daraus ein Favorit heraus.
Wie lange sollte ein Roman sein?
Das hängt vom Genre ab:
- Kinder-/Jugendbuch: 20.000–50.000 Wörter
- Roman (allgemein): 70.000–100.000 Wörter
- Fantasy/Epic: 100.000–150.000+ Wörter
Wichtiger als die Länge ist die Dichte: Jede Szene sollte einen Zweck erfüllen.
Wie überwinde ich Schreibblockaden?
Probier diese Strategien:
- Freewriting: Schreib 10 Minuten lang ohne Pause – egal was kommt.
- Szene wechseln: Spring zu einer anderen Stelle im Roman.
- Spazieren gehen: Bewegung bringt den Kopf in Schwung.
- Inspiration suchen: Lies ein Kapitel aus einem Buch, das du bewunderst.
- Deadline setzen: „Ich schreibe heute 500 Wörter – egal wie.“
Oft hilft schon ein Perspektivwechsel: Schreib die Szene aus der Sicht einer anderen Figur.
Soll ich meinen Roman selbst lektorieren?
Ein professionelles Lektorat ist kein Luxus, sondern eine Investition. Du kennst deinen Text zu gut, um Fehler zu sehen. Ein Lektor hilft bei:
- Rechtschreibung und Grammatik
- Logikfehlern in der Handlung
- Stilistischen Schwächen
- Tempo und Spannungsaufbau
Falls das Budget knapp ist: Tausche dich mit anderen Autoren aus (z. B. über CoolLibri) und lektoriert gegenseitig.
Wie finde ich einen Titel für meinen Roman?
Ein guter Titel sollte:
- Neugier wecken (z. B. „Der Schatten des Windes“)
- Zum Genre passen (ein Krimi klingt anders als ein Liebesroman)
- Einprägsam sein (kurz, prägnant, bildhaft)
- Suchmaschinenfreundlich sein (vermeide zu abstrakte Begriffe)
Brainstorme 10–20 Varianten und teste sie an Freunden oder in Schreibforen.
Lohnt sich Self-Publishing?
Self-Publishing lohnt sich, wenn du:
- Bereit bist, eigenes Marketing zu betreiben (Social Media, Lesungen, Werbung).
- Ein klares Zielpublikum hast (z. B. Nischen-Genres wie Urban Fantasy oder spezielle Ratgeber).
- Langfristig denkst: Erfolg kommt selten über Nacht.
- Die volle Kontrolle über dein Buch behalten willst.
Plattformen wie CoolLibri machen den Einstieg einfach – von der Druckvorbereitung bis zum Verkauf.